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Reutlingen / 25.07.2002 Übergabe mit mehr als 10 000 StimmenBürgerbegehren Kultur- und Kongresszentrum: Jetzt sind die Listen im Rathaus - Voraussichtlich Sondersitzung in den FerienVon Ulrike Glage Reutlingen. (GEA) In die Knie ging OB Dr. Stefan Schultes nicht, als ihm die Initiatoren des Bürgerbegehrens in Sachen Kultur- und Kongresszentrum die beiden Schuber mit weit über 10 000 Unterschriften überreichten. Aber eine schwere Last war es für den OB, der jetzt wohl den Stadtrat in den Ferien zu einer Sondersitzung zusammentrommeln wird.
OB mit bedenklicher Miene: Gestern übergaben die Initiatoren des Bürgerbegehrens Dr. Werner Felix Schobel (rechts) und Horst Wüst-Knopki Oberbürgermeister Dr. Stefan Schultes und Hauptamtsleiter Claus Lietzmann (Mitte) die Unterschriftenliste. Foto: Niethammer Dr. Werner Felix Schobel hatte ganz schön zu schleppen an den stattlichen Unterschriften-Paketen, die er gestern OB Dr. Stefan Schultes im Rathaus überreichte. Gemeinsam mit Horst Wüst-Knopki hat Schobel das Bürgerbegehren zum Kultur- und Kongresszentrum vor sechs Wochen in die Gänge gebracht. Wie mehrfach berichtet, braucht's 7 900 Unterschriften für den Reutlinger Bürgerentscheid. Da mit etlichen Fehlstimmen zu rechnen ist, wollten die beiden mindestens 10 000 Unterzeichner zusammenbringen. Die Übergabe der Listen verbanden Schobel und Wüst-Knopki mit der Bitte, die Abstimmung übers Kultur- und Kongresszentrum gemeinsam mit der Bundestagswahl am 22. September laufen zu lassen. Auch SPD-Rat Johannes Schempp, der im Gegensatz zu seiner Fraktion öffentlich auf Distanz zum Kultur- und Kongresszentrum gegangen ist, hatte gestern etwas für den OB im Gepäck: Einen interfraktionellen Antrag auf eine rechtzeitige Sondersitzung des Gemeinderates, um die Zusammenlegung von Bürgerentscheid und Bundestagswahl möglich zu machen. Unterschrieben haben neben der Grünen-Fraktion und FFL-Rätin Agnete Bauer-Ratzel auch Ulrich Lukaszewitz, Suse Gnant, Renate Doms, Edeltraut Stiedl und Thomas Keck von der SPD. Für Schempp, der selbst Unterschriften für das Bürgerbegehren gesammelt hat, war es wichtig, dass die Initiative nicht parteigebunden lief. »Die Unterstützung ist sehr breit gestreut, da sind alle Altersstufen vertreten.« Die Aktion sei für ihn deshalb eine hochinteressante Erfahrung gewesen, weil er die Meinungen der Bürger hautnah kennen gelernt habe - Meinungen, die keineswegs konform mit denen des Gemeinderates seien. Er wünsche, dass die Unterschriftensammlung nicht als »lästige Störung« gesehen werde. Denn schließlich sei sie Ausdruck vom großen bürgerschaftlichen Engagement aller Unterzeichner. »Respekt und Anerkennung« für die Initiative und die damit verbundene Arbeit zollte der OB dann auch den beiden Organisatoren des Bürgerbegehrens. Das sei legitimes und reguläres Instrument der Willensbildung. »Des ischt in Ordnung.« Das Bürgerbegehren sei zwar neutral formuliert, von der Intention her seiner Auffassung nach aber contra Kultur- und Kongresszentrum. »Die Verwaltung und die Mehrheit des Gemeinderates sind da anderer Auffassung, die werden wir darlegen«, meinte er insbesondere zum Kostenargument, das von den Gegnern an erster Stelle angeführt wird. Die Verwaltung werde jetzt »entsprechend der Bedeutung« des Bürgerbegehrens die notwendigen Verfahrensschritte einleiten. Allerdings bringe der angepeilte Zeitpunkt erhebliche Schwierigkeiten mit sich. Denn neben den förmlichen Voraussetzungen sei es inhaltlich zwingend, die Bürger vorab zu informieren und die Standpunkte darzulegen. Das, meinte Schultes, halte er in der Ferienzeit aber für problematisch. Außerdem sei die knapp veranschlagte Frist von 56 Tagen schon im Bereich der »förmlichen Unzulässigkeit«. Die Verwaltung werde den Gremien unter »Berücksichtigung dieser Parameter« Vorschläge über das Procedere machen. Bekanntlich entscheidet der Gemeinderat über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens. Und der wird vermutlich im August zu einer Sondersitzung zusammenkommen müssen. Denn, so Schultes: »Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir's über die Ferien hinweg liegen lassen.« Beschließen kann eine Sondersitzung der OB selbst. Voraussichtlich wird Schultes den Ältestenrat einbeziehen.
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| Reutlingen / 23.07.2002
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![]() Reif für die Übergabe: Jetzt wollen die Initiatoren des Bürgerbegehrens, Dr. Werner Felix Schobel (links) und Horst Wüst-Knopki, die Unterschriftenlisten abgeben. Foto: Pacher |
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GEA Reutlingen / 06.07.2002 5 200 fordern: Bürger sollen entscheiden Initiative in Sachen Kongresszentrum spricht von enormer Resonanz - Rat soll Termin auf 22. September legenVon Holger Dahlhelm
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